Gewalt im Zusammenhang mit Alter und Pflegebedürftigkeit bleibt häufig unsichtbar. Sie geschieht selten offen, sondern oft leise und im Verborgenen. Genau das macht sie so schwer greifbar.
Nicht selten wird sie weder von den Betroffenen noch von ihrem Umfeld eindeutig als Gewalt erkannt. Manchmal nehmen selbst die handelnden Personen ihr Verhalten nicht als übergriffig wahr. Hinzu kommt, dass solche Situationen selten ausgesprochen werden. Statt öffentlich thematisiert zu werden, bleiben sie oft innerhalb der privaten Lebenswelt verborgen.
Dabei können die Formen von Gewalt sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von körperlicher oder psychischer Gewalt über Vernachlässigung und Unterversorgung bis hin zu finanzieller Ausbeutung oder der Einschränkung des freien Willens. Gerade weil diese Formen vielfältig und nicht immer eindeutig sind, fällt es auch professionell Pflegenden nicht immer leicht, sie sofort als Gewalt zu identifizieren.